Zum Glück gibt’s die Muschel

In Yap wird nicht um die Hand angehalten. Auch Standesämter gibt es nicht. Geheiratet wird dennoch, und geschieden auch ab und an.

Zu diesem Zweck kommt eine handschaufel-ähnliche Muschelschale ins Spiel. Mit Tierknochen verziert und einem Griff aus Hanfschnur erinnert ihre Form an ein kleines Schwert. Dabei gibt es diese Muschel gar nicht in den Gewässern rund um die kleine mikronesische Insel. Sie stammt von einer benachbarten Insel viele hundert Seemeilen entfernt.

Der Vater des Bräutigams übergibt sie dem Vater der Braut als Pfandobjekt. Wichtig dabei ist die Geschichte, die dabei erzählt wird. Sie handelt meist von den beiden Liebenden, wie sie sich kennen gelernt haben und warum sie miteinander leben wollen. Hat der Brautvater die Muschel angenommen, ist die Trauung vollzogen.

Klappt es dann doch nicht so gut mit den Beiden, muss das Artefakt wieder zurückgegeben werden. Selbstverständlich nicht ohne die obligatorische Geschichte. Da muss sich dann der Vater der „zurückgegeben“ Tochter eine gute Story einfallen lassen. Oder er rückt sie einfach nicht ‚raus. Pech gehabt ihr zwei!

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„You are married by the shell and divorced by the shell.“ – Tamaq

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