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Die Seals von La Paz

Isla Lobos ist eigentlich nur ein größerer Felsen nördlich von der Insel Espirito Santo, die wiederum nördlich der Bucht von La Paz im südlichen Teil der Baja California liegt. La Paz ist ein lang gezogener, unaufregender Ort, an dem sich nur ein paar ältere amerikanische Urlauber die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Die Bucht ist einige Stunden vom eigentlichen Touristenmagnet Cabo San Lucas, dem Ballermann der Halbinsel entfernt, und bietet ein gänzlich anderes, im Vergleich völlig eingeschlafenes Flair mit wenigen Highlights.

Im nordöstlichen Teil der Bucht werden seit geraumer Zeit eine kleine Gruppe von Walhaien in der für diese Spezies unüblichen seichten Lagune gesichtet. Schnorchelfahrten werden ab und an von den kleinen Tauchbasen und von Fischern angeboten. Das Geschäft wird aber nicht sonderlich forciert, und der Besuch nur saisonbedingt gestattet.

Mein Interesse galt aber vielmehr der Seelöwen-Kolonie auf Isla Lobos. Ein Fischer war so nett, uns zu der Großfamilie von geschätzten zweihundert Seals zu schippern. Viele lagen faul brutzelnd in der Sonne. Trächtige Weibchen schwammen in Gruppen an der Oberfläche, begleitet von patrolierenden, laut gröhlenden Bullen, die man besser aus der Distanz betrachtet. Die jungen Burschen ein- bis zweijährigen sind da schon wesentlich neugieriger und fackeln mit den Besuchern nicht lange rum. Da wird geschnofelt und gezogen, stibizt, was nicht fest sitzt. Wie junge Hunde folgen sie verspielt jedem Flossenschlag, drehen sich pfeilschnell und dennoch grazil um die Taucher und die eigene Achse. Kein Wunder, sie sind perfekt für ihre Umgebung gebaut und gaben mir das Gefühl richtig unförmig und deplaziert zu sein. Doch das Gefühl hielt nicht lange an. Einfach zu cute sind sie mit ihren großen Augen und der bärtigen Schnauze.

Zwei Stunden reichte die Luft in der Flasche in gerade einmal Null bis fünf Metern Wassertiefe. Ein einzigartiges, superspaßiges Erlebnis!

Gefilmt mit einer 1er GoPro im Mai 2011

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Pazifische Flossensuppe

YAP, die kleine mikronesische Insel im Südpazifik hat eine atemberaubende Unterwasserwelt. Das wissen nur wenige Tauchbegeisterte, die überfüllte Urlaubsorte gerne meiden. Im Schatten der viel populäreren Insel Palau ist sie aber vor allem durch die noch bestehenden und gelebten Traditionen der Insulaner für all jene attraktiv, die neben der Unterwasserwelt den direkten Kontakt zur Natur und den Bewohnern suchen – ganz ohne Tropenparadies-Sujets und Touristen-Partyzonen.

Vom Massentourismus noch gänzlich unentdeckt, präsentiert sich das marine Leben rund um die kleine Insel wenig kontaktscheu, und das fragile Ökosystem scheint noch intakt zu sein. Fast ausschließlich Hartkorallenlandschaften erstrecken sich über kilometerlange Riffketten mit Abhängen, Zerklüftungen und Kanälen. Die Bewohner, eine Vielfalt an bunten tropischen Rifffischen, Nacktschnecken und Kopffüßer, hauchen den Korallen zusätzlich Leben ein und lassen die Riffe pulsieren. Die eigentlichen Protagonisten sind die grazilen Manta-Rochen und die bereits an Taucher gewöhnten Riffhaie, auf die der Tauchgast vom einzigen funktionierenden Tauch-Hotel-Betrieb sogar eine Begegnungs-Garantie bekommt.

Der Film „Diving in YAP“ zeigt die Farben- und Formenvielfalt der Unterwasserflora und Fauna und den intensiven hautnahen Kontakt speziell zu den Mantas und Haien, die das Gefühl geben, in einer „Fischsuppe“ zu schwimmen.

Infos zur Tauchbasis: mantaray.com
Unterwasser-Kameragehäuse und Lichtsystem von D&D: unterwasserkamera.at

Verliebt in eine Insel

Wer hatte ihn noch nie, den Traum von einer einsamen Insel? Einfach Aussteigen – alles hinter sich lassen.

Portrait_AckerBill Acker (74) kam vor fast 40 Jahren mit dem Friedenskorps nach Yap, der kleinen mikronesischen Inselgruppe zwischen Japan und Australien. Wegen den Menschen ist er bis heute geblieben und hat sich in die Schönheit der Insel und in die Freundlichkeit und Offenheit ihrer Bewohner verliebt. Er betreibt ein kleines Taucher-Hotel und möchte den kaum vorhandenen Tourismus ankurbeln.

Ich habe ihn auf seiner Insel besucht und bin mit ihm in seine Welt eingetaucht:

LINKS

http://www.visityap.com
http://www.mantaray.com

Das Paddel und der Fußabdruck

„Das sind ja keine Schuhe, das sind ja Paddelboote.“ Der Wiener neigt zu Übertreibungen. In Yap hat ein großer Fuß auch etwas mit einem Paddelboot gemeinsam.

Die Spanier waren die ersten, dann kamen die Deutschen. Am Strand gelandet, erblickten sie eine Gruppe von Fischern. Wissbegierig stellten sie dann auch gleich die erste Frage: „ Wie heißt denn die Insel?“ Aber außer Achselzucken kam da nichts – verstand ja niemand.

Die Deutschen sind gründlich, genau und hartnäckig. So leicht geben sie nicht auf. Umso energischer haben sie mit Sicherheit darauf reagiert. Und Immer wieder: „Name bitte!“ Langsam bekommt der vorderste Fischer richtig Angst. „Nein, das in meiner Hand ist keine Waffe, es ist nur ein Paddel, ein Paddel!“

„Oh, it’s a Yap“, hätten die Deutschen wohl geantwortet, wenn sie Engländer und der Eingeborenensprache mächtig gewesen wären. Stattdessen lächelten sie zufrieden und glücklich –  ihre Frage war beantwortet: „Ah Yap!“

Und weil die Yapese überhaupt nicht nachtragend sind und er kurz und einfach auszusprechen ist, haben sie den Namen gleich behalten.

Der richtige Name der Insel lautet übrigens Waa´b. Er bedeutet Erde und Staub, aber auch Fuß und Fußabdruck. Ebenso wie die Insel aus der Vogelperspektive aussieht.

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Zum Glück gibt’s die Muschel

In Yap wird nicht um die Hand angehalten. Auch Standesämter gibt es nicht. Geheiratet wird dennoch, und geschieden auch ab und an.

Zu diesem Zweck kommt eine handschaufel-ähnliche Muschelschale ins Spiel. Mit Tierknochen verziert und einem Griff aus Hanfschnur erinnert ihre Form an ein kleines Schwert. Dabei gibt es diese Muschel gar nicht in den Gewässern rund um die kleine mikronesische Insel. Sie stammt von einer benachbarten Insel viele hundert Seemeilen entfernt.

Der Vater des Bräutigams übergibt sie dem Vater der Braut als Pfandobjekt. Wichtig dabei ist die Geschichte, die dabei erzählt wird. Sie handelt meist von den beiden Liebenden, wie sie sich kennen gelernt haben und warum sie miteinander leben wollen. Hat der Brautvater die Muschel angenommen, ist die Trauung vollzogen.

Klappt es dann doch nicht so gut mit den Beiden, muss das Artefakt wieder zurückgegeben werden. Selbstverständlich nicht ohne die obligatorische Geschichte. Da muss sich dann der Vater der „zurückgegeben“ Tochter eine gute Story einfallen lassen. Oder er rückt sie einfach nicht ‚raus. Pech gehabt ihr zwei!

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„You are married by the shell and divorced by the shell.“ – Tamaq

Der Thron macht die Musik

Der Rucksack ist schwer. 15 Stunden hat die Reise gedauert. Jetzt stehe ich hier in Nishi-Nippori, einer kleineren Station im Zentrum von Tokyo. Mein Deo hat schon vor Stunden versagt und meine Unterbekleidung kündigt an, bald schreiend davon laufen zu wollen.

Doch erst einmal die Grundbedürfnisse stillen. Richtig großen Hunger habe ich noch nicht. Mein Magen ist noch zu sehr verklebt vom breiigen Flugzeugfraß der Turkish-Airline. Auch die ersten bebilderten Menütafeln der kleinen Imbissbuden rund um die Station wecken meine kulinarischen Gelüste noch nicht. Mein Mut zum Risiko ist zwar in einschlägigen Kreisen bekannt – mich mit Dünnpfiff die nächsten Tage und Wochen fortzubewegen, hält meinen Abenteuerdrang jedoch erstmals in Grenzen.

Keine 30 Meter vom Ausgang der Station entfernt entdecke ich ein bekanntes Gesicht. Es ist das Logo einer amerikanischen Fastfoodkette, die ausschließlich frittierte Hühnerteile anbietet. Beim Bestellen überkommt mich ein Déjà-vu aus meiner Kindheit. Lange ist es her, dass ich jemanden mit ausgestrecktem Zeigefinger und „dada“- Lauten zu Verstehen gegeben habe, was ich gerne essen möchte. Die Prozedur dauerte ein wenig, aber die Japanerin ist sehr geduldig und lächelt in einer Tour. Mit dem zusammengeklappten Roller in der einen Hand und einem Tablett in der anderen steige ich die schmale Wendeltreppe hinauf ins Obergeschoss. Die in dünnes Papier eingewickelten Hühnerdinger sehen nicht im Entferntesten wie jene von der beleuchteten Tafel aus, die ich anfänglich wollte. Aber egal, mein Anstand hat mich daran gehindert mit leeren Händen hier aufs Klo zu gehen.

Nur knapp drei Meter hinter mir führt mich ein kleines Schild zum Ziel meiner Begierde. Sehr touristenfreundlich: blau gezeichnetes Männchen, rotes Weibchen. Das Schild kenne ich bereits vom Flughafen. Beim Betreten wird das Licht sanft eingeblendet. Die Musik im Kaufhausstil, die im Lokal nur im Hintergrund wahrzunehmen ist, erfüllt den kleinen Raum in angenehmer Lautstärke. Vergeblich suche ich nach Lautsprechern. Rechts vor mir ein großzügiges Waschbecken mit Sensoren für den Wasser- und Seifenspender. Die Düsen für den Handföhn sind ebenfalls ins Becken eingearbeitet. Mit einem Schritt nach links öffnet sich automatisch der große Klodeckel. Ein blinkendes Lämpchen und ein Hinweis in englischer Sprache weisen auf die spezielle Reinigungsprozedur der Klobrille hin, die ich situationsbedingt leider nicht abwarten kann.

Die Klobrille ist beheizt. Erinnerungen an meinen ersten PKW mit Lenkradheizung im Winter werden wach. I’m loving it. Dann entdecke ich die Steuereinheit der Kommandozentrale. Ehrfürchtig studiere ich die Knöpfe. Da ich von Natur aus verspielt und gerade nicht in Eile bin, probiere ich sämtliche Funktionen aus. Ich klicke mich durch eine abwechslungsreiche Playliste an japanischen und westlichen Klängen. Den Lautsprechern verlange ich alles ab. Die Temperatur meines Throns stelle ich auf maximalen Wohlfühlfaktor ein. Ein weiteres Panel dient der Spülung, die ich mir für den Geschäftsabschluss aufhebe.

Schlussendlich fällt meine Aufmerksamkeit auf die Tasten „Bidet“ und „Spray“. Zeichnungen zeigen von welcher Seite der reinigende Wasserstrahl vermutlich kommen wird. Während „Bidet“ zielgerecht eine zufriedenstellende Wirkung erzielt, versprüht „Spray“ förmlich einen zarten Sprühregen auf die Langstrecken-gestresste Sitzregion. Es fühlt sich an als wäre ein Teil von mir bereits im Tropenparadies. Ein entspanntes Grinsen macht sich in meinem Gesicht breit. Ich wiederhole den Vorgang mehrmals.

Minuten später klopft es an der Tür gefolgt von ein paar fragend formulierten japanischen Worten. Ich beschließe die Sitzung zu beenden. Meine Backen glänzen wie fabriksneues Augarten-Porzellan. Mal sehen, was morgen der Burgerladen mit dem großen gelben M zu bieten hat.

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Final Destination – YAP

Eine kleine Aufgabe: Drehen Sie den Globus ´mal auf die andere Seite. Genau zwischen Japan und Australien, gleich rechts – also östlich von den Philippinen ist Yap eine der vielen kleinen Inseln im Pazifik. Ach dort ist nur blaues Wasser eingezeichnet? Ah, und Sie haben gar keinen Globus. Tante Google tut’s auch. Besser noch – sie findet Yap auf Anhieb und zeigt uns mittig im Browser „Köln“ als Zentrum der Insel und Ziel meines Abenteuers.

Ganz so flott wie die Tante ist die Reise „in real life“ freilich nicht. Die Route wird mich in den nächsten Tagen erstmals nach Tokio führen. Von dort aus ein paar Tage später über Guam nach Yap. Mikronesien ist neben Polynesien und Melanesien ein Teil vom Inselkontinent Ozeanien. Von Europa aus gibt es meist keine Direktflüge auf kleinere Inseln. Tokio, Manila oder Taipeh stehen gelegentlich zur Auswahl. Perfekte Traumziele für Japaner, was Griechenland für den österreichischen Pauschalurlauber in den 80er Jahren war. Doch die Chinesen sind im Kommen.

„Was um alles in der Welt macht der Bua dort?“ So oder so ähnlich hätte mein Vater wohl auf meine Reisepläne reagiert. Und was mache ich wirklich dort? Was ist so besonderes an einem für Europäer noch fast unentdeckten Inselparadies mit herrlichen Tauchplätzen? Was denken Sie?

.. ob Sie recht haben, oder nicht lesen Sie hier in meinem Blog .. viel Spaß!

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